Darf man sich neu positionieren ?

Diese Frage stellte mir ein Trainer, der "eigentlich" aus dem Vertrieb stammt und in den letzten beiden Jahren aber fast nur noch Trainings zum Thema Personalentwicklung durchgeführt hat. "Darf" man dann seine Positionierung ändern? Was meinen Sie? Lesen Sie hier meine Antwort ...

Ja, in der Tat darf man das nicht nur, sondern muss es auch. Dafür gibt es 2 Gründe:

 

1. Eine Positionierung ist nie in Stein gemeißelt. Ihr Markt verändert sich, Ihre Kunden tun es und Sie tun es auch. Also überprüfen Sie - genau wie jedes andere Unternehmen auch - regelmäßig Ihre Strategie = Positionierung. Wenn Sie im Zuge einer solchen Überprüfung Anpassungsbedarf entdecken, dann setzen Sie diesen um. In der Regel sind die sich daraus ergebenden Anpassungen gering. Coca-Cola käme morgen nicht auf die Idee, Autos zu produzieren. Und Sie als bisheriger Vertriebstrainer kommen vermutlich nicht auf die Idee, morgen SAP-IT-Trainer zu werden. Aber als Vertriebstrainer festzustellen, dass das Thema "Persönlichkeit" bei allen Aufträgen der letzten zwei Jahre im Vordergrund stand und deswegen die Positionierung weg von "Vertrieb" hin zu "Persönlichkeit" zu ändern ist, ist mehr als nachvollziehbar, passend und deshalb legitim.

 

2. Eine starke Positionierung soll Ihnen helfen a) im Markt wahrgenommen zu werden und b) Ihre begrenzten Ressourcen zu bündeln. Sie hat also "aktiven" Charakter und führt nicht dazu, dass Sie angebotene Aufträge außerhalb Ihres Stärkenfeldes nicht übernehmen. Gerade Trainer erhalten oftmals Aufträge, die sich am Rand ihres Stärkenfeldes bewegen. Sie ergänzen daraufhin ihren Trainingsplan, bilden sich in den neuen Themenfeldern selbst weiter fort und halten ein gutes Seminar ab. Sie werden aber (hoffentlich!) auf keinen Fall eine Seminar-Anfrage annehmen, die völlig außerhalb Ihres Stärkenprofils liegt. So bauen Sie ganz schleichend neue Kompetenzen und Leistungen auf, die sie - falls sinnvoll - in Ihre Positionierung übernehmen können.

 

Wie sehen Sie das? Ich freue mich auf Ihre Antwort!

 

Herzliche Grüße

Edmund Cramer

Kommentar schreiben

Kommentare: 0